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LINDA/MZ. Horst Richter, Mitglied des Vorstandes beim SV Grün-Weiß Linda, und seit zehn Jahren beim Waldpokallauf am Mikrofon mit dabei, konnte sich nur an ein einziges Mal erinnern, bei dem es zu diesem Ereignis geregnet hatte und es ziemlich kühl war. Zumindest in seiner Zeit. "Ansonsten war es immer drückend heiß und die Sonne knallte vom Himmel. So gesehen haben wir heute seit vielen Jahren mal wieder ein eher durchwachsenes Wetter."

Keineswegs unzufrieden

 

Wobei, unzufrieden waren die Organisatoren und vielen Helfer um Joachim Schütze am vergangenen Sonnabend ob der äußeren Bedingungen keineswegs. Und auch die Aktiven, die sich zum 24. Lindaer Waldpokallauf und der vierten Olympischen Nacht in dem Jessener Stadtteil einfanden, konnten der zuweilen durchwachsenen Wetterlage mehr Positives abringen. Denn, so die einhellige Meinung, ein Regenschauer schade dem Spaß keineswegs und die Anforderungen des Wettkampfes ließen sich bei Temperaturen um die 25 Grad ohnehin viel besser bewältigen als bei Zahlenwerten weit jenseits der 30. Lediglich der Wind, der zeitweise ziemlich auffrischte, bereitet einige Probleme.
Dies jedoch mehr am Rande des Geschehens. Da kippten unter der Windkraft schon mal einige der Absperrungen um, und die Fackelläufer hatten Sorge, dass ihnen unterwegs nicht das Feuer ausging. Denn in Linda werden Waldpokallauf und Olympische Nacht seit nunmehr drei Jahren mit dem Entzünden des Olympischen Feuers eröffnet. Kurz vor 17 Uhr traf es ein, Joachim Schütze, Wolfgang Passin und Christoph Geier hatten diese ehrenvolle Aufgabe übertragen bekommen. Mit dabei hatten sie zwei Originalfackeln des Olympischen Fackellaufes nach Berlin von 1936, an dem ihre Väter beziehungsweise Großväter teilgenommen hatten.
Nach dem Entzünden der Flamme hieß es dann jedoch rasch seinen Platz im Start- und Zielbereich zu finden. Denn nur wenige Minuten nach der Eröffnung wurde das Startsignal gegeben, 106 Läuferinnen und Läufer nahmen die einzelnen Strecken in Angriff. 19 Mädchen und Jungen spurteten auf der 850 Meter langen Bambini-Strecke. In dieser Disziplin wurden bewusst keine Ehrungen der ersten Drei vorgenommen, alle Kinder war am Ende Sieger und bekam einen Preis. Beim Jedermann-Lauf (fünf Teilnehmer, 5 000 Meter) und dem Waldpokallauf (82 Starter, 5,3 oder 9,8 Kilometer) zeigten die Großen ihr Können. Unter ihnen waren wie immer etliche sehr ambitionierte Läuferinnen und Läufer anzutreffen, die die Strecken möglichst schnell absolvieren wollten. Fließen die Ergebnisse des Waldpokallaufes schließlich auch in die Ranglistenwertung des Landkreises Wittenberg mit ein. Doch es waren ebenso jene Teilnehmer zu entdecken, bei denen der Spaß am Laufen in einer großen Gemeinschaft vor der Jagd nach Bestzeiten stand. Und manche Läufer absolvierten auf dem Rundkurs zusätzliche Trainingseinheiten. Denn die Herren der Fußballmannschaften aus Linda nutzten die Gelegenheit, ihre Fitness in Vorbereitung auf die neue Saison bei diesem Laufereignis weiter auszubauen.
Für Joachim Schütze war der Start mit einer Gewissensfrage verbunden. Der Cheforganisator wusste im Vorfeld um seine gesundheitlichen Sorgen. "Ich habe Probleme mit dem Bein, mein Innenband ist angegriffen." Doch ihn trieb der Ehrgeiz auf die Strecke. Denn wenn im kommenden Jahr mit dem 25. Waldpokallauf ein Jubiläum gefeiert wird, will Schütze unbedingt sagen können, dass er bislang bei allen Läufen persönlich dabei war. Dies kann er nun auch, wenngleich das Innenband am Sonnabendabend so richtig hinüber war.

Streckenkontrolle nötig

Während des Laufes zogen sich die Wolken um Linda immer dichter zusammen. Und so mancher der am Ende doch vielen Zuschauer machte vorsichtshalber seinen Regenschirm startklar. Was dann zwischenzeitlich keine so schlechte Idee war, vor allem wenn man sich keinen Platz in der Museumsscheune oder dem Festzelt gesichert hatte. Denn just zu der Zeit, als die zehn Mannschaften, die am Staffelwettbewerb der Olympische Nacht teilnahmen, vorgestellt werden sollten, öffnete der Himmel kurz seine Schleusen. Was danach zu einer kurzen Unterbrechung des Geschehens führte. Denn auf dem Kurs hatten sich teilweise ganz schöne Pfützen gebildet, die womöglich eine Gefahr speziell für die Skater hätten darstellen können. Daher entschied man kurzfristig, eine Testrunde zu absolvieren. "Nach dieser Kontrollfahrt konnten wir zum Glück den Start freigeben", bilanzierte Joachim Schütze.

Vier pro Mannschaft

Vier Starter umfasste jedes Team. Zwei aus jeder Mannschaft waren wieder als Läufer unterwegs, einer schnallte sich die Skaterrollen unter die Füße und einer schnappte sich das Rad. Die Staffel, die als Erste alle vier Teammitglieder über die Ziellinie gebracht hatte, war der Sieger. Bei der Teilnehmerzahl war ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Im vorigen Jahr waren es noch zwölf Staffelteams, die um den Sieg rangen, wobei nur elf in die Wertung kamen. Aber auch diesmal musste ein Mannschaft aufgeben.

 

Bei den Läufern ist im Vergleich zu den Vorjahren ebenfalls ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Für Joachim Schütze eine eher unwesentliche Randerscheinung. "Ich denke mal, dass das etwas unsichere Wetter einige abgehalten hat. Dann darf nicht vergessen werden, noch haben wir Ferien- und Urlaubszeit. Und unser Ziel, erneut über 100 Läuferinnen und Läufer nach Linda zu locken, haben wir doch erreicht. Ich bin insgesamt sehr zufrieden." Wobei er insgeheim schon ein wenig darauf hofft, dass zum Jubiläumslauf kommendes Jahr vielleicht ein neuer Teilnehmerrekord erreicht wird.

 

Fakt ist, Schütze und sein Team werden in den kommenden Tagen den vergangenen Sonnabend in Ruhe auswerten und dabei auch auf 2010 blicken. "Da werden wir uns was Tolles überlegen. Und ich bin mir sicher, dass ich zusammen mit meinen vielen Helfern vom SV Grün-Weiß, der Feuerwehr und den Einwohnern erneut eine erlebnisreiche Leichtathletikveranstaltung auf die Beine stellen kann."

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