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Von unserem Redakteur BORIS CANJE Linda/MZ. Wieder einmal wurde eine Idee von Joachim Schütze aus Linda umgesetzt. Am gestrigen Tag wurde an den ersten Olympischen Fackellauf vom I.August 1936 erinnert der damals in der Nähe des heutigen Jessener Stadtteils vorbei führte. Dirk Thiele von Eurosport, der sowohl den gestrigen Nachmittag als auch den Abend moderierte, hatte nur eine Bemerkung dazu: „Schütze, du bist ein verrückter Hund." Doch der so Gelobte betonte gleich, dass er zwar die Idee hatte, bei der Umsetzung sich jedoch voll auf den Heimatverein verlassen konnte. In den Gasthof „Zur Linde" wurde am Nachmittag zum Kaffeetrinken eingeladen. Unter den Gästen auch zwei aktive Teilnehmer an jenem Ereignis sowie eine Zuschauerin.
Drei Abschnitte zu je l 000 Metern waren damals an den Lindaer Turnverein vergeben worden. Der Sportlehrer Albrecht hatte dafür gesorgt. Er wählte auch die neun Läufer aus. Pro Abschnitt waren es der Fackelträger (als solche ausgelost wurden, Paul Passin, Fritz Wache und Alwin Bock) und zwei Adjutanten. Zu letzteren gehörte auch Edmund Geyer. 4.30 Uhr musste er am Start zu seinem Abschnitt sein. Per Rad fuhr er dorthin. Das Olympische Feuer kam aus Richtung Hartmannsdorf und war schon weithin zu sehen, erinnert er sich. Die Aufregung sei jedenfalls groß gewesen. Dann der Moment der Übergabe. Im Laufschritt wurden die l 000 Meter zurückgelegt. Aus einem Begleitfahrzeug heraus wurde das Tempo gesteuert. Nach der Übergabe an die nächste Dreiertruppe ging es zurück zum Start und dann per Rad zur Arbeit. Dirk Thiele wollte außerdem noch wissen, was eigentlich geschehen wäre, wenn das Feuer erloschen wäre, und ob es eine einheitliche Kleidung für die Läufer gab. Das Feuer ist nicht erloschen, so die Antwort, aber zur Not hatten die Jungs Streichhölzer dabei. Einheitliche Sportkleidung gab es schon, aber es war die des Turnvereins. Im Gegensatz zu einem anderen Lindaer, der sich heute noch darüber ärgert, hatte Liselotte Meyer den Olympischen Fackellauf nicht verschlafen. Es waren alles schmucke Jungs, erinnerte sich die damals l6-Jährige, und da war es für sie klar, dass sie der Aufforderung des Sportlehrers Albrecht, an die Strecke zu kommen, Folge leistete. Ihre Eltern hatten nichts dagegen, und so fuhr auch sie im Dunkeln mit dem Rad los. Unter den Gästen waren gestern auch Frank Wartenberg (Bronzemedaille in Montreal im Weitsprung) und Rudi Thiel (lange Jahre verantwortlich für das Leichtath-letik-Meeting ISTAF in Berlin). Da kam kurz das Gespräch auf die heutige Situation in der Leichtathletik und auch auf das Thema Doping. Letzteres soll gestern in Linda bei den sportlichen Höhepunkten keine Rolle gespielt haben.
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