Moderator stibitzt Staffelstab

Zum 70. Jahrestag Sportwettkämpfe und Kulturprogramm - Hunderte Zuschauer dabei

VON UNSEREM REDAKTEUR FRANK GROMMISCH

Linda/MZ. Die olympische Idee hat in Linda viele Anhänger. Bewiesen wurde es am Freitag. An die Nachmittagsveranstaltung, in der so manche Erinnerungen an den Olympischen Fackellauf vor 70 Jahren, an dem auch Einwohner des Ortes beteiligt waren, aufgefrischt wurden (die MZ berichtete bereits am Sonnabend), schloss sich eine Olympische Nacht an. In ihr wurde zunächst an die sportlichen Ereignisse im August 1936 angeknüpft. Wieder war ein Fackelträger mit Adjutanten unterwegs. Wolfgang Passin trug die Fackel, neben ihm liefen Christoph Geyer und Joachim Schütze. Sie absolvierten eine Runde durch das Dorf. Als sie am Museumsgelände gegenüber der Gaststätte "Zur Linde" ankamen, übergaben sie die Fackel an Edmund Geyer und Willy Thiele. Die beiden Senioren gehörten zu den Teilnehmern des Olympischen Fackellaufs vor 70 Jahren, und ihnen kam die Aufgabe zu, die Olympische Flamme in Linda zu entzünden. Joachim Schütze sprach für die Aktiven und Torsten Lehmann für die Schiedsrichter den Olympischen Eid. An Bürgermeister Dietmar Brettschneider und FDP-Stadtrat Klaus Geyer war es dann, das neue Denkmal, das an die Beteiligung der Lindaer an dem Olympischen Fackellauf erinnert, unter dem Beifall der dicht gedrängt stehenden Zuschauer zu enthüllen.

In der von Dirk Thiele (Sportkommentator beim Fernsehsender Eurosport) und Grün-Weiß-Vorsitzendem Horst Richter moderierten Veranstaltung ging es Schlag auf Schlag. Kaum war der "offizielle Teil" vorüber, lenkten sie die Aufmerksamkeit der mehreren hundert Zuschauer auf das Geschehen auf der Straße. Denn dort wurde mit einem "Kanonenschuss" der Olympische Paarlauf gestartet.

"Ich bin hocherstaunt, wie viele Menschen hier sind."

Rudi Thiel ,Sportveteran

Zwei zuvor zugeloste Teilnehmer bildeten ein Team. Jeder darin hatte dreimal den 850 Meter langen Rundkurs zu bewältigen. Beizeiten kristallisierte sich in diesem Wettkampf heraus, dass Joachim Schütze und Alex Peetz wohl das Rennen machen werden. So sorgte Dirk Thiele auf andere Weise für Spannung. Er hatte gemeinsam mit Horst Richter festgelegt, dass die Bestplatzierten zur Siegerehrung den Staffelstab mitbringen müssen. Allerdings hatte er den von Joachim Schütze stibitzt und unter seinem Jackett verborgen. Doch Joachim Schütze kann so etwas nicht aus der Ruhe bringen. Als er zur Siegerehrung gerufen wurde, hatte er natürlich einen Staffelstab dabei und wenig später mit seinem Laufpartner die großen Pokale in den Händen.

Zwischen Paar- und Staffellauf gab es ein kleines Kulturprogramm, das von den Jagdhornbläsern aus Langenlipsdorf, Lindaer Cheerleadern und den "Heidehüpfern" aus Stolzenhain bestritten wurde. Letztere waren zunächst ebenfalls als Fackelträger mit Holzpantoffeln zu erleben und boten einen Sprechgesang, extra einstudiert für die sportverrückten Lindaer.

"Ich bin hocherstaunt, wie viele Menschen hier sind", sagte Rudi Thiel (jahrzehntelang war er zuständig für das Leichtathletik-Meeting Istaf in Berlin). Er stand beim Staffellauf auf der Bühne und schaute begeistert auf die vielen Menschen, die den sportlichen Wettkampf unbedingt verfolgen wollten. Für ihn war es faszinierend, wie es in Linda gelungen ist, so viele Leute für diese Idee zu aktivieren. Das zeige doch auch, dass es noch mehr Interessen als das Fernsehen und die Arbeit gebe, meinte der Berliner. Als Wunsch äußerte er, dass solche

Aktivitäten zum Beispiel von den Ländern unterstützt werden. "Es sollte da eine Anschubhilfe geben." Und ein einfacheres Verfahren für die Vorbereitung, fügte er an. Denn er habe gehört, dass die Lindaer etliche Genehmigungen für ihre Olympische Nacht einholen mussten.

Die Organisatoren aus dem Heimatverein und Joachim Schütze sind sehr dankbar für die große Unterstützung, die sie für die Veranstaltung bekamen, so von der Feuerwehr, die sich um die umfangreichen Absperrungen kümmerte. Bedauert wurde, dass die Staffellauf-Siegerehrung nicht wie geplant ablief. Denn gewürdigt werden sollten auch die drei Frauenteams sowie die jüngste Mannschaft. Diese Auszeichnungen werden nachgeholt, sicherte Joachim Schütze zu.

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